Einladung: Jó Napot

Eberau, seit drei Jahren Heimstatt des „Kulturforum Südburgenland“, liegt direkt an der ungarischen Grenze. Bei unserer Kulturarbeit mussten wir feststellen, dass vor allem auf österreichischer Seite der eiserne Vorhang oft noch in den Köpfen vorhanden ist und den Blick auf die neue europäische Realität vernebelt. So entstand das Projekt „Jó Napot heißt Grüß Gott“: Ungarische und österreichische SchülerInnen sollen den Erwachsenen vorführen, wie ein fruchtbares Miteinander verschiedener Sprachen und Kulturen funktionieren kann, wenn man, wie Jugendliche, ohne Vorbehalte aufeinander zugeht.

Im Zweisprachigen Bundesgymnasium Oberwart (kroatisch-deutsch, bzw. ungarisch-deutsch) funktioniert die Integration ungarischer Schüler seit Jahren hervorragend. Die aus der HS Eberau hervorgegangene Privatschule „Josefinum“ in Eberau hat einen hohen Anteil an ungarischen SchülerInnen.

In jüngster Zeit kam es in Eberau immer wieder zu Vorfällen, welche die Notwendigkeit eines derartigen Theaterprojektes eindrücklich unterstrichen haben. Kinder, vor allem aber Eltern wurden – fast im Stile eines Kulturkampfes – gegeneinander aufgehetzt. Dagegen wendet sich dieses Theaterprojekt!

Manche ungarischen Eltern haben sich teilweise mit Hauptwohnsitz in Österreich angesiedelt, um ihren Kindern einen Startvorteil zu geben. Viele österreichische Eltern erachten das Erlernen des Ungarischen als nützlich; dennoch herrscht im gesellschaftlichen Umfeld oft eine Angst vor Überfremdung. Dabei war das 20 km entfernte Szombathely – mit derzeit etwa 80.000 Einwohnern – bis 1921 das natürliche Zentrum der Region – und wird es in Zukunft vermutlich wieder werden.

Gemeinsam mit dem “Josefinum Eberau” und dem “Zweisprachigen Bundesgymnasium Oberwart” setzt das Kulturforum Südburgenland in Eberau ein Projekt zum noch immer vorhandenen “eisernen Vorhang in den Köpfen der Menschen” um. Ungarische und österreichische Kinder sollen den Erwachsenen vorführen, wie ein fruchtbares Miteinander verschiedener Sprachen und Kulturen funktionieren kann, wenn man, wie Kinder, ohne Vorbehalte aufeinander zugeht. Dabei kann man auf der Integration ungarischer SchülerInnen im Gymnasium Oberwart aufbauen, in dem kroatisch-deutsch und ungarisch-deutsch unterrichtet wird. Auch im Josefinum in Eberau sind mehr als die Hälfte der SchülerInnen aus Ungarn, manche Eltern sind sogar nach Österreich gezogen, um den Kindern den Schulbesuch hier zu ermöglichen.

Die SchülerInnen kennen Geschichten, die sich kabarettistisch gut darstellen lassen, wie jene von der Straße aus Szentpeterfa/Petrovo Selo, die auf österreichischer Seite in einen Schotterweg mündet. Es wären ganze 200 Meter zu asphaltieren, doch Land und Gemeinde stehen auf dem Standpunkt, dass “die Ungarn”, wenn sie schon diese Abkürzung nach Güssing benutzen, auch die Straßensanierung bezahlen sollen.

Am Beginn des Projektes steht eine Schreibwerkstatt, bei der Szenen aus dem Schulalltag in Material für das Stück weiterentwickelt werden. Erfahrungen der SchülerInnen aus Eberau werden mit den meist positiven Erfahrungen der SchülerInnen aus Oberwart verknüpft. Die Arbeit am Projekt wird zum Großteil in den Unterricht eingebaut, auch das Bühnenbild und die Kostüme werden von den Jugendlichen selbst hergestellt. Nach der Premiere wird es  drei Vorstellungen in den Orten Oberwart, Eberau und Szentpeterfa geben.

Link zum Event, Fotos & Beschreibung: www.machtschuletheater.at

Flyer-Download (PDF): www.kufos.at

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